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18. AUGUST 2017
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Bielefeld macht sich schlau

Geniale


Querdenker, Blitzmerker und Schlaumacher sind beim Bielefelder Science-Festival genau richtig. Vom 18. bis 26. August verwandelt sich die ganze Stadt in ein spannendes Forschungs-Labor für Groß und Klein. Wir haben uns vorab schon einmal schlau gemacht und stellen drei Projekte vor.

Sabine Palm
Das große Krabbeln

Einfach einmal die Perspektive wechseln, in die Haut einer Fliege schlüpfen und von der Decke aus die Welt beobachten. „Während der Geniale ist das tatsächlich möglich“, freut sich Sabine Palm vom Naturkunde Museum. „Umdenken“ heißt der begehbare Raum, der Kindern einen anderen Blick auf Insekten ermöglichen soll. Beim Themenpfad „Das große Krabbeln“ kommen Insekten auf der Aktionsfläche in der ehemaligen Stadtbibliothek – bespielt von unterschiedlichen Akteuren – ganz groß raus. Sind mal nicht lästig oder eklig, sondern vor allem faszinierend. Über 30.000 Arten leben bei uns in Mitteleuropa.

Tragende Rollen
„Die Kinder können mit uns entdecken, wie spannend und nützlich Insekten sind“, erklärt die Diplom-Biologin, die beim namu für den Bereich Bildung und Vermittlung zuständig ist. Berührungsängste kennt sie nicht. Vielmehr ist es ihr ein Anliegen auf die Notlage von Insekten aufmerksam zu machen und ihr Image aufzuwerten. „Sie leisten die vielfältigsten Aufgaben für unser Ökosystem“, betont die gebürtige Hildesheimerin. „Insekten bilden nicht nur die Nahrungsgrundlage für viele Tiere, sondern bereits jetzt decken zwei Milliarden Menschen darüber ihren Eiweißbedarf. Die Diskussion, ob sie unser ‚Food der Zukunft‘ sind, gibt es längst.“ Gleichzeitig übernehmen Insekten – nahezu unbemerkt – tragende Rollen. Sind wichtig für die Bestäubung, sind Müllabfuhr und liefern auch sonst ein breites Forschungsfeld beispielsweise als Vorbild für Medikamente und neue Erfindungen in der Robotik. „Maden kommen bei der Wundreinigung zum Einsatz, Bienen als Mienensucher für TNT-Sprengstoff und Stabschrecken dienen als Inspiration für die Mechatronik“, erklärt Sabine Palm.



Riesig – unerwartete Entdeckungen
Für Aahs und Oohs dürften sie aber auch unter dem Mikroskop in der Stadtbibliothek sorgen. „Dann werden sie zu Riesen“, erklärt die 55-Jährige. „Mit dem Bienenokular, einer Stereolupe, sehen die Kinder die ganzen Feinheiten, die man sonst nicht entdecken kann. Die filigranen Flügel eines Junikäfers ebenso wie seine Mundwerkzeuge. Eben die Dinge, die einem sonst nicht ins Auge stechen.“
Doch auch ganz lebendig dürften die kleinen Krabbler Kinder begeistern. Schließlich können sie lebende Insekten auf die Hand nehmen, beim Insekten-Quiz das eigene Wissen testen oder ein fliegendes Schmetterlingsmodell basteln. Sabine Palm hatte schon als Kind ein Faible für Tiere. Neben der Farben- und Formenvielfalt der Insekten fasziniert sie auch die Anpassung an ihren Lebensraum. „Insekten kommen in alpinen Zonen vor, sind in der Wüste anzutreffen und – ganz bizarr und schön – im tropischen Regenwald.“ Ihr Lieblingskäfer ist seit einer Exkursion während ihres Studiums übrigens der Pinselkäfer. Er sieht einer Hummel etwas ähnlich und ist auf Waldwiesen zu finden. Mit ihrer Begeisterung möchte die Biologin, die für ihr Studium nach Bielefeld zog, Kinder anstecken. „Wir können ohne Insekten nicht leben“, macht Sabine Palm deutlich. „Und es ist einfach faszinierend, was sie leisten.“

19.-26.8., 11-17 Uhr, WissensWerkStadt, ehemalige Stadtbibliothek





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