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16. OKTOBER 2018
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Blickwechsel

50 Jahre Kunsthalle Bielefeld


Besucher blicken auf die Kunst. Wir richten den Blick auf die Besucher. Zum 50. Jubiläum der Kunsthalle wagen wir den Perspektivwechsel. Durch den Sucher des Bielefelder Fotografen Veit Mette, aus Sicht der Museumspädagogin Christiane Lutterkort und durch die Brille von Dr. Günter Küppers, Vorsitzender des Förderkreises der Kunsthalle.




Veit Mette
Menschen im Museum
Eine Kritikerin hat einmal moniert, seine Bilder seien zu inszeniert. Dabei ist erstaunlicherweise das Gegenteil der Fall. Hier führt der Zufall Regie – gepaart mit Veit Mettes unglaublichem Gespür für den richtigen Augenblick. Da beugt sich etwa eine Besucherin über einen Schaukasten und die abgebildeten geometrischen Formen spiegeln sich in ihrem dreieckigen Nacken-Tattoo wider. Eine andere zeigt mit dem Finger auf ein Porträt. Und der Fotograf erwischt exakt die Perspektive, in der das Gemälde scheinbar den Schatten ihrer Hand zeigt. „Genau in dem Moment dagewesen zu sein, ist ein Geschenk und macht auch ein wenig stolz“, lacht der Bielefelder. „Oft ist es nur eine Zehntelsekunde, in der sich die Welten zwischen Besuchern und Ausstellung ergänzen.“ 

Überraschend respektlos
Sein erstes Foto der Kunsthalle entstand bereits 1982, als er Kunst auf Lehramt studierte und für die Fachschaft aktiv war. Bei einer Kunsthallenbesetzung fiel Veit Mette auf, dass einige der Besetzer in einer ähnlich grüblerischen Haltung dasaßen wie der „Denker“ von Auguste Rodin. Diese Verschmitztheit und feine Ironie, mit der er den oft unbewusst witzigen Bezug der Besucher zur Kunst und Architektur der Kunsthalle einfängt, ist typisch für den Fotografen. Die klassische Ausstellungsfotografie, die das Augenmerk auf die Werke, die Architektur oder Politiker und Sponsoren lenkt, interessiert ihn in seinen freien Arbeiten dagegen nicht. „Es gibt nicht viele Museen, die so einen unabhängigen Blick zulassen“, unterstreicht der Bielefelder.“ Einen unmittelbaren Blick, der gerne mal schräg, skurril und überraschend ist. Der mit verwirrenden Perspektiven spielt und Sehgewohnheiten gegen den Strich bürstet. Oder – stets mit einer gewissen Portion Humor – Skepsis gegenüber der Heiligkeit des Kunstbetriebs sowie Respektlosigkeit gegenüber den Museumsleitern ausdrückt. „Sowohl Herr Kellein als auch Herr Meschede haben das aber immer gut verstanden“, verrät der Fotograf.
So gut, dass Veit Mette im Rahmen des 50. Jubiläums der Kunsthalle mit einer eigenen Ausstellung vertreten ist. Und so wiederum die Besucher selbst zum Teil der Jubiläumsausstellung werden. Auf rund 50 laufenden Metern sind 350 Fotografien dicht an dicht und ohne Rahmen aneinandergereiht. Keine klassische Ausstellung, sondern eine „Fototapete“, die das Genre „Besucherfotografie“ ähnlich frech behandelt, wie es typisch für die Herangehensweise des Bielefelders ist. Besucher betrachten Besucher beim Betrachten der Kunst. Eingeladen von Veit Mette, der mit einer inspirierenden Bilderreise ein tiefes Eintauchen in die letzten Ausstellungsjahre ermöglicht.




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