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19. DEZEMBER 2018
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Bach in Bielefeld

Es weihnachtet sehr


Ein echter Stimmungsmacher: Bachs Weihnachtsoratorium ist alle Jahre wieder Stammgast in der Rudolf-Oetker-Halle. Hand in Hand sorgen die Bielefelder Philharmoniker mit wechselnden Chören der Stadt kurz vor Heiligabend für den musikalischen Auftakt in die Festtage. Wir stellen drei BielefelderInnen vor, die mit vielen anderen den Advent wunderbar zum Klingen bringen.

Johann Sebastian Bach: Weihnachtsoratorium BWV 248, Kantaten 1 und 4-6
21.12., 20 Uhr, Rudolf-Oetker-Halle


Hagen Enke

Der Mann am Pult

Er ist der Mann, der den Takt vorgibt. Seine Premiere mit dem Oratorienchor feierte Hagen Enke vor sechs Jahren mit Bachs Weihnachtsoratorium. Jetzt steckt der Oratorienchor unter der Leitung des 51-Jährigen wieder mitten in den Proben. Die intensive Phase läuft seit Ende September. „Wir nehmen uns Zeit für Details, arbeiten an den Phrasen bis die Töne stimmen“, erklärt der Chordirektor des Musiktheaters Bielefeld. Doch nicht nur das. Er bringt auch eine neue Farbe ins traditionelle Programm des Oratorienchores. „Mit zwei weinenden Augen lassen wir die Kantaten 2 und 3 weg, stattdessen sind in diesem Jahr die Kantaten 4 bis 6 zu hören“, sagt er mit Blick auf das sechsteilige Oratorium, das ursprünglich in sechs Gottesdiensten zwischen dem ersten Weihnachtsfeiertag und dem Epiphaniasfest aufgeführt wurde. Die Kantaten 4 bis 6 sind für den Chordirektor ein besonderes Juwel. „Sie besitzen eine unglaubliche Strahlkraft und transportieren die Schönheit des zweiten Teils“, so Hagen Enke. Ohne Melancholie, dafür voller Lebensfreude platzen sie vor musikalischer Euphorie förmlich aus allen Nähten. „Jubelstücke, ganz ohne Schönmalerei, aber voller authentischer Lebensfreude“, unterstreicht der Bielefelder, der inzwischen auf seine 15. Spielzeit am Theater Bielefelder blickt. Künstlerisch auf der Stelle zu treten, ist nicht seins und so ist er auch in der Zusammenarbeit mit dem Laienchor für neue Wege offen und für Überraschungen gut. „Es wird nicht nur Bach erklingen“, verrät Hagen Enke, der musikalisch eine Brücke zwischen dem ersten und zweiten Teil schlagen wird.

Menschen und Musik
Unter Hartmut Sturm war Hagen Enke während der großen Passionen bereits Teil des140-köpfigen Konzertchors. Natürlich nicht am Pult. Erstmals dirigiert hat er ihn jedoch schon vor der offiziellen Übernahme im März 2012. „2011 haben wir zur Verabschiedung von Peter Kuhn Mahler aufgeführt und ich hatte die Gesamtleitung der Choreinstudierung, da war auch der Oratorienchor beteiligt“, erinnert sich der 51-Jährige, der schon während seines Studiums mehrere Amateurchöre leitete und auch beim Oratorienchor mit der gesamten Bandbreite musikalischen und sängerischen Know-hows arbeitet. „Wir sind offen für jeden, der sich für Chormusik begeistert“, unterstreicht er. Der Arbeit mit Menschen und Musik gilt seine Leidenschaft.

Auf Tuchfühlung
Vor seinem Engagement in Bielefeld war er sechs Jahre an der Komischen Oper Berlin tätig und gründete dort ein semiprofessionelles Vokalensemble für Alte Musik. „Alte Musik und A-Cappella-Literatur sind meine geheimen Leidenschaften, dazu habe ich einen direkten Draht“, sagt er und lässt auch den Oratorienchor mal ohne Unterstützung der Bielefelder Philharmoniker a-cappella singen. An Ideen mangelt es dem Mann nicht, der am Theater Bielefeld an allen Produktionen des Musiktheaters beteiligt ist, in denen ein Chor auftritt. Vom Opernchor über den Extrachor bis zu den Junos. Die ehemalige Probebühne 3 ist „sein Chorsaal“ im Theater, mit dem Oratorienchor wächst er während der wöchentlichen Proben im Ratsgymnasium zusammen. „Ein Chorleiter ist ein wesentliches Organ, das man nicht einfach transplantieren kann“, weiß Hagen Enke, der sich auf das Weihnachtsoratorium freut. „Es ist der Anlass mit unserem Publikum auf Tuchfühlung zu gehen.“




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