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21. NOVEMBER 2018
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Bielefelder nehmen Abschied

Mitten im Leben


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Ingrid Littmann & Kanela

Trost auf vier Pfoten
Ihr weiches Fell erinnert farblich an den satten Ton von Zimt. „Die Namenswahl lag förmlich auf der Hand“, sagt Ingrid Littmann, die ihre Hündin Kanela aus einem Griechenlandurlaub mitbrachte. Doch nicht nur das. Die Trauerbegleiterin und Fachkraft für tiergestützte Therapie und Pädagogik schätzte auch das Potential der streunenden Hündin richtig ein. Sie geht auf Menschen zu, ohne sie zu bedrängen. Heute ist Kanela ein Trostspender auf vier Pfoten. Auf dem Mensch-Tier-Hof, dem Begegnungs- und Gnadenhof im Dorf Sentana, hilft sie Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen ihre Trauer besser zu verarbeiten.

Tiere sind gute Tröster
Zu erleben, wie Mutter, Vater, Geschwister oder Großeltern sterben, ist für Kinder nicht einfach. „Jedes Kind, aber auch jedes Elternteil, geht anders mit einem solchen Verlust um“, weiß Ingrid Littmann. Manche Kinder ziehen sich zurück und versuchen ihre Eltern in ihrer Trauer zu stabilisieren. Andere reagieren aggressiv, kapseln sich ab oder entwickeln Ängste. „Schon das Streicheln von Tieren baut Stress ab, trägt zur Beruhigung und Minderung von Ängsten bei und vermittelt ein Gefühl von Geborgenheit. Außerdem finden Kinder über Tiere leichter Kontakt zu ihren Gefühlen und können diese einfacher zum Ausdruck bringen. Tiere sind Herzensöffner“, sagt Ingrid Littmann, die bereits seit 13 Jahren in der tiergestützten Trauerbegleitung arbeitet und deren Arbeit jetzt wissenschaftlich begleitet wird. Wie heilsam der Kontakt zu Tieren sein kann, erlebte sie als Vierjährige selbst. „Als mein Vater damals starb, fand ich Trost bei unseren Tieren“, erinnert sie sich. Schon früher hatte sie eine besonders enge Verbindung zu Hunden.
Vor drei Jahren ergriff die Dipl.-Sozialpädagogin, die sich zuvor bereits viele Jahre bei Sterntaler e.V. engagierte, schließlich die Initiative und gründete Laika – Trost auf vier Pfoten e.V. „Da lebte noch meine Hündin Laika“, erklärt die 56-Jährige die Namensgebung des Vereins, der neben der professionellen Trauerbegleitung für Kinder und ihre Familien auch LehrerInnen, ErzieherInnen und Institutionen berät und seit kurzem auch Trauerbegleitung von Menschen mit Beeinträchtigungen übernimmt.

Ein Herzensprojekt
Dass sie ihren Wunsch, mit ihrer Arbeit auf einen Hof zu gehen, realisieren konnte, freut Ingrid Littmann ganz besonders. „Die Arbeit in der Natur und umgeben von Tieren wie Kaninchen, Schafen und Ziegen, die die Kinder streicheln und umsorgen können, eröffnet einfach ganz andere Möglichkeiten“, stellt sie fest. Oft sind es mehrfach belastete Familie, die Ingrid Littmann gemeinsam mit ihrer Kollegin Sandra Rauschen begleitet und die neben einem Todesfall auch noch Erkrankungen oder Trennungen bewältigen müssen. „Damit ist das Familiensystem einfach überfordert.“ 18 Familien sind zurzeit in der Begleitung des Vereins. „Um unsere Arbeit realisieren zu können, sind wir auch auf Spenden angewiesen ist“, erklärt Ingrid Littmann. Für sie ist es ein Lebensprojekt, das sie mit viel Herzblut gestaltet.

www.laika-trostaufvierpfoten.de




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