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18. OKTOBER 2017
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Kunst im Blick

Bielefelds Aufpasser


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Historisches Museum
Günter Kletsch & Thomas Offelnotto

Sie sind weitaus mehr als eine menschliche Alarmanalage. Günter Kletsch und Thomas Offelnotto begrüßen und begleiten BesucherInnen durch die Ausstellungsräume des Historischen Museums und sind Ansprechpartner für die unterschiedlichsten Fragen. Mal ist ihr Wissen gefragt, mal ihre Hilfe. Von der Frage, wo geht’s lang bis hin zu Fragen zur Ausstellung greifen sie ein. Haben sie zur gleichen Zeit Dienst, bilden Günter Kletsch & Thomas Offelnotto eine Fahrgemeinschaft. „Wir wohnen schließlich beide in Sennestadt“, erklären sie wie aus einem Mund. Ein Dürkopp P8, Baujahr 1919, mit 24 PS ist ihr gemeinsamer Favorit der Dauerausstellung.

Autofans unter sich

„Ich bin ein Autofan“, verrät Günter Kletsch, der seit sechs Jahren im Historischen Museum, und wie sein Kollege auch im Naturkunde Museum, die Aufsicht übernimmt. „Wer weiß, wo Bielefeld heute stünde, wenn Dürkopp mit der Autoproduktion weitergemacht hätte.“ Rechtslenker wie der historische Dürkopp P8 waren damals die Regel. „Die Kutscher saßen auch rechts, dies wurde bei der Produktion der Autos zunächst einfach so übernommen“, weiß der 58-Jährige. Thomas Offelnotto schätzt die überschaubare Technik des Wagens. „Da konnte man noch selbst Hand anlegen, oftmals reichte ein 17er Maulschlüssel und ein Hammer, wenn repariert werden musste“, sagt der technikbegeisterte 57-Jährige, der dreißig Jahre in Windelsbleiche Drehautomaten einrichtete und inzwischen seit zwei Jahren im Historischen Museum eine neue berufliche Heimat gefunden hat. Hand anlegen musste Thomas Offelnotto allerdings noch nicht. „Der ist noch fahrtüchtig“, weiß Günter Kletsch.

Hier läuft‘s rund

Noch funktionstüchtig sind im Historischen Museum übrigens alle Fahrzeuge und Maschinen. Sie im Auge zu behalten, gehört für Günter Kletsch und Thomas Offelnotto ebenso zum Tagesgeschäft wie die Begleitung unterschiedlicher Gruppen. Kinder ebenso wie behinderte Menschen oder Demenzkranke. „Bei lauten Geräuschen sind wir natürlich sofort zur Stelle“, erklären beide unisono. Sie wissen, wenn Besucher Objekte anfassen, geschieht dies meist aus reiner Neugier. Mit Freundlichkeit werben sie dann Verständnis.
Überhaupt, langweilig wird es dem Aufsichtsteam im Historischen Museum nie. „Glücklicherweise sind wir den ganzen Tag in Bewegung“, betont Thomas Offelnotto. „Wir wandern von Raum zu Raum. Nur in der Ecke stehen könnte ich nicht.“ „Auf diese Weise kommt man mit den Besuchern auch leichter ins Gespräch, wenn diese Fragen haben“, unterstreicht Günter Kletsch. Er hat sich – wie sein Kollege – viel Wissen zu den Exponaten angelesen. Auch bei den Einführungen zu den wechselnden Ausstellungen bringen sich die beiden immer auf den neusten Stand. „Das ist auf jeden Fall interessant und macht die Arbeit sehr abwechslungsreich“, so Günter Kletsch. Die Leonardo da Vinci Ausstellung vor vier Jahren ist dem Bielefelder noch sehr lebendig in Erinnerung. „Da kamen Kinder auf mich zu, die vorsichtig fragten, ob sie Dinge ausprobieren dürften. Sie durften und das war ganz großartig, um Dinge zu begreifen.“ Thomas Offelnotto begeisterte wiederum im Historischen Museum eine Sonderausstellung, die um das Thema Mobilität kreiste. „Das schlägt der Techniker in mir durch“, sagt der Sennestädter lachend, der schon immer ein Faible für Kunst- und Kultur hatte. „Auch dank meiner drei Töchter, die längst erwachsen sind“, wie er resümiert.




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